 | 1. Als Detektive „Ein geistig Gestörter?" fragte ich. „Habt Ihr vielleicht seinen Namen gehört?" „Er wurde vom Caipt'n Master Ohlert genannt." Es war mir, als hätte ich einen Schlag ins Gesicht erhalten. Hastig fragte ich weiter: „Ah! Und sein Begleiter?" „Hieß Clinton, wenn ich mich recht entsinne." „Ist's möglich, ist's möglich?" rief ich, von meinem Stuhle aufspringend. „Diese beiden sind an Bord mit Euch gewesen?" Er sah mich staunend an und fragte: „Habt Ihr einen Raptus, Sir? Ihr fahrt ja auf wie eine Rakete! Gehen Euch diese zwei Männer etwas an?" „Viel, sehr viel! Sie sind es ja, die ich finden will!" Wieder ging jenes freundliche Grinsen, welches ich wiederholt bei ihm gesehen hatte, über sein Gesicht. „Schön, schön!" nickte er. „Ihr gebt also endlich zu, daß Ihr zwei Männer sucht? Und grad diese zwei? Hm! Ihr seid wirklich ein Greenhorn, Sir! Habt Euch selber um den schönsten Fang gebracht!" „Wieso?" • „Dadurch, daß Ihr in New Orleans nicht aufrichtig mit mir wart." „Ich durfte ja nicht", antwortete ich. „Der Mensch darf alles, was ihn zum guten Ziele führt. Hättet Ihr mir Eure Angelegenheit offenbart, so befänden sich die beiden jetzt in Euren ~ Händen. Ich hätte sie erkannt, sobald sie an Bord des Dampfers kamen, und Euch sofort geholt oder holen lassen. Seht Ihr das nicht ein?" „Wer konnte denn wissen, daß Ihr dort mit ihnen zusammentreffen würdet! Übrigens haben sie nicht nach Matagorda, sondern nach Quintana gewollt." „Das haben sie nur so gesagt. Sie sind dort gar nicht an Land gekommen. Wollt Ihr klug sein, so erzählt mir Eure Geschichte. Vielleicht ist es mir möglich, Euch behilflich zu sein, die Kerls zu erwischen." Der Mann meinte es aufrichtig gut mit mir. Es fiel ihm gar nicht ein, mich kränken zu wollen, und doch fühlte ich mich beschämt. Gestern hatte ich ihm die Auskunft verweigert, und heute wurde ich von den Verhältnissen gezwungen, sie ihm zu geben. Mein Selbstgefühl flüsterte mir zu, ihm nichts zu sagen; aber der Verstand behielt doch die Oberhand. Ich zog die beiden Photographien hervor, gab sie ihm und fragte: „Bevor ich Euch eine Mitteilung mache, betrachtet Euch einmal diese Bilder. Sind das die Personen, welche Ihr meint?" |
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