1. Als Detektive

„Bis morgen früh müßt Ihr trotz aller Ungeduld doch warten; es geht kein Schiff eher ab."
„Und wann kommen wir an?"
„Unter den gegenwärtigen Wasserverhältnissen erst übermorgen."
„Welch eine lange, lange Zeit!"
„Ihr müßt bedenken, daß die beiden wegen der Wasserarmut des Flusses eben auch spät ankommen. Es ist gar nicht zu vermeiden, daß das Schiff zuweilen auf den Grund fährt, und da dauert es stets eine geraume Weile, bevor es wieder loskommt."
„Wenn man nur wüßte, was Gibson eigentlich beabsichtigt, und wohin er Ohlert schleppen will?"
„Ja, das ist freilich ein Rätsel. Irgendeine bestimmte Absicht hat er ja. Die Gelder, welche bisher erhoben worden sind, würden ausreichen, ihn zum wohlhabenden Mann zu machen. Er braucht sie nur an sich zu nehmen und Ohlert einfach sitzen zu lassen. Daß er das nicht tut, ist ein sicheres Zeichen, daß er ihn noch weiter ausbeuten will. Ich interessiere mich außerordentlich für diese Angelegenheit, und da wir, wenigstens einstweilen, den gleichen Weg haben, so stelle ich mich Euch zur Verfügung. Wenn Ihr mich braucht, so könnt Ihr mich haben."
„Euer Anerbieten wird mit großem Dank akzeptiert, Sir. Ihr flößt mir ein aufrichtiges Vertrauen ein; Euer Wohlwollen ist mir angenehm, und ich denke, daß Eure Hilfe mir von Vorteil sein wird."
Wir schüttelten uns die Hände und leerten unsere Gläser. Hätte ich mich diesem Manne doch bereits gestern anvertraut!
Wir bekamen eben die Gläser neu gefüllt, als sich draußen ein wüster Lärm hören ließ, Johlende, menschliche Stimmen und heulendes Hundegebell kamen näher. Die Tür wurde ungestüm aufgerissen, und sechs Männer traten ein, die alle schon ein beträchtliches Quantum getrunken haben mochten; keiner von ihnen war mehr nüchtern zu nennen. Rohe Gestalten und Gesichter, südlich leichte Kleidung und prächtige Waffen fielen an ihnen sofort auf. Jeder von ihnen war mit Gewehr, Messer, Revolver oder Pistole versehen, außerdem hatten alle eine wuchtige Niggerpeitsche an der Seite hängen, und jeder führte an starker Leine einen Hund bei sich. Alle diese Hunde von ungeheurer Größe waren von jener sorgfältig gezüchteten Rasse, welche man in den Südstaaten zum Einfangen flüchtig gewordener Neger verwendete und Bluthunde oder Menschenfänger nannte. .

Kapitel
> 1. Als Detektive
> 2. Die Kukluxer
> 3. Über die Grenze
> 4. Durch die Mapimi
> 5. Old Firehand
> 6. In der Festung
> 7. Der Pedlar
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