 | 1. Als Detektive „Ist nicht notwendig", flüsterte Old Death mir zu. „Ein Kerl wie Winnetou nimmt es mit der doppelten Anzahl dieser Buben auf." Der Rowdy pflanzte sich breitspurig vor den Apachen hin, stemmte die Hände in die Hüften und sagte: „Was hast du hier in Matagorda zu suchen, Rothaut? Wir dulden keine Wilden in unserer Gesellschaft." Winnetou würdigte den Mann keines Blickes, führte sein Glas an den Mund, tat einen Schluck und setzte es dann, behaglich mit der Zunge schnalzend, wieder auf den Tisch. „Hast du nicht gehört, was ich sagte, verwünschte Rothaut?" fragte der Rowdy. „Ich will wissen, was du hier treibst. Du schleichst umher, um uns auszuhorchen, den Spion zu spielen. Die Rothäute halten es mit dem Halunken Juarez, dessen Fell ja auch ein rotes ist; wir aber sind auf Seiten des Imperators Max und werden jeden Indianer aufknüpfen, welcher uns in den Weg kommt. Wenn du nicht sofort in den Ruf einstimmst: ,Es lebe Kaiser Max', so legen wir dir den Strick um den Hals!" Auch jetzt sagte der Apache kein Wort. Kein Zug seines Gesichtes bewegte sich. „Hund, verstehst du mich? Antwort will ich haben!" schrie ihn der andere jetzt in offenbarer Wut an, indem er ihm die Faust auf die Achsel legte. Da richtete sich die geschmeidige Gestalt des Indianers blitzschnell in die Höhe. „Zurück!" rief er in befehlendem Ton. „Ich dulde nicht, daß ein Cojote mich anheult." Cojote wird der feige Präriewolf genannt, der allgemein als ein verächtliches Tier angesehen wird. Die Indianer bedienen sich dieses Schimpfwortes, sobald sie jemandem ihre höchste Geringschätzung ausdrücken wollen. „Ein Cojote?" rief der Rowdy. „Das ist eine Beleidigung, für welche ich dir zur Ader lassen werde, und zwar augenblicklich!" Er zog seinen Revolver. Da aber geschah etwas, was er nicht erwartet hatte: Der Apache schlug ihm die Waffe aus der Hand, faßte ihn an den Hüften, hob ihn empor und schleuderte ihn gegen das Fenster, welches natürlich in Stücke und Scherben ging und mit ihm hinaus auf die Straße flog. |
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